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Lesezeit: 4 Minuten

Stand up and paddle!

Text: Natalie Zettl

Fotos: Adobe Stock Photos

Kein Sommer, ohne dass man sie auf den heimischen Seen ihre Kreise ziehen sieht: Stand Up Paddler werden, so scheint es, immer mehr. Tatsächlich kann man auf dem Board den Sommer ideal genießen – gerade heuer, wenn man vielleicht nicht im Ausland Urlaub macht.

Sowohl für Familien als auch für Singles ist Stand Up Paddeln – kurz SUP – bestens geeignet. Und die Salzburger Seen bieten die optimale Kulisse für jedwede Art von Paddelvergnügen. In diesem Sinne: Stand up and paddle!


Zen-Momente auf dem Wasser
Stand Up Paddeln vereint zwei Aspekte in sich: Man lässt den Lärm des Seeufers (und des eigenen Alltags) hinter sich, genießt die Stille des Sees – und macht ganz nebenbei auch noch Sport. Vor allem die Arm-, Rücken- und Nackenmuskeln werden beim Paddeln trainiert, außerdem Koordinationsfähigkeit und Balance. Einen Vorteil haben Menschen, die bereits mit Yoga-Techniken vertraut sind: Die Techniken zur Anspannung des sogenannten Powerhouses, also Bauch- und Rückenmuskeln, helfen beim Balance-Halten. Apropos Yoga: Wer sich bereits sicher auf seinem Board fühlt, kann durchaus versuchen, auf dem See ein paar Asanas durchzuführen.

Stand Up Paddeln als (Leistungs-)Sport
Tatsächlich hat in den letzten Sommern nicht nur die Zahl der „Genuss-Paddler“ stark zugenommen – es gibt inzwischen auch einige SUP-Wettbewerbe: Am Wolfgangsee findet beispielsweise jährlich die Austrian SUP Meisterschaft Legend of Ox statt, ein Wettkampf um die begehrte SUP Alps Trophy. Wer Lust auf Stand Up Paddeln bekommen möchte, sollte sich diese Events nicht entgehen lassen!

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Welches Board für welchen Zweck?
Am beliebtesten sind derzeit aufblasbare Boards, die einfach transportiert werden können und entsprechend wenig Gewicht haben. Aber auch dort gibt es Unterschiede! Ein paar Grundregeln: Je schmäler und länger das Board, umso schneller ist es – aber schmale Boards kippen auch leichter als breitere. Touren- und Raceboards sind eher flach. Liegt der Schwerpunkt dagegen auf einer guten Wendigkeit, sind Heck (Tail) und Front (Nose) mehr „aufgebogen“. Und auch die körperlichen Voraussetzungen des Paddlers spielen eine Rolle. Faustregel: Je größer der Paddler, desto länger das Board – je schwerer der Paddler, desto dicker das Board.

Vorbereitung beim aufblasbaren Board
Wenn das aufblasbare Board, kurz iSup, zum ersten Mal aufgepumpt wird, gilt gerade für Untrainierte: langsam aber sicher. Ja, das Aufpumpen per Handpumpe ist anstrengend. Deshalb: Gönnen Sie sich kleine Pausen. Und: Achten Sie vor dem Ansetzen der Pumpe darauf, dass der Zapfen im Ventil oben ist – ansonsten entweicht die eingefüllte Luft wieder. Normalerweise wird 1 bar in das Board gepumpt – nicht weniger: Denn wenn es nicht vollständig aufgeblasen ist, werden Sie kaum Balance finden. Ebenfalls wichtig ist die richtige Einstellung des Paddels: Seine Länge sollte auf Ihre Körpergröße plus circa 20 Zentimeter eingestellt sein. Zudem muss die Finne unten am SUP in der richtigen Position festgesteckt und gesichert sein.

Die Grundtechnik
Ist das Board korrekt aufgepumpt und im Wasser, geht es ans Aufsteigen – idealerweise am sogenannten Sweetspot in der Mitte des Bretts. Zuerst setzen Sie sich hin, dann knien Sie – und wenn Sie eine gute Balance gefunden haben, stellen Sie sich mit leicht gebeugten Knien auf das Brett. Tipp: Ein breiter Stand erhöht Ihre Sicherheit. Halten Sie das Paddel am Griff ganz oben und etwa in der Mitte. Ein Test für die richtige Entfernung der Arme zueinander ist es, das Paddel über den Kopf zu halten und die Arme so weit auseinander zu platzieren, wie Sie gerade noch einen guten Grip haben. Zum Paddeln stechen Sie das Blatt vorne seitlich ins Wasser und ziehen es nah am Board nach hinten. Beugen Sie sich dazu vor, dann nutzen Sie die Kraft Ihres Oberkörpers und kommen gut voran. Nach circa drei Paddelschlägen wechseln Sie die Seite. Wer abbiegen will, zieht das Blatt des Paddels nicht direkt neben dem Board durch das Wasser, sondern in einem leichten Bogen.  Achtung: Ein häufiger Anfängerfehler ist es, das Paddel falsch herum zu halten. Die Wölbung des Blattes zeigt bei korrekter Haltung nach hinten.

Die richtige Kleidung
Wer die SUP-Saison voll auskosten möchte, paddelt im Idealfall von April bis Oktober. Klar, dass es da nicht immer dreißig Grad und Sonnenschein hat – und selbst wenn, kann das Wasser der Seen teilweise ziemlich kalt sein. Für die kühleren Monate empfehlen sich Neoprenschuhe, damit die Füße nicht auskühlen. Auch der Körper sollte geschützt werden: Meiner persönlichen Erfahrung nach ist ein zweiteiliges Set, bestehend aus Neopren-Shorts und Neopren-Weste am sinnvollsten – so kann je nach Temperatur ein Stück aus- oder angezogen werden. Im Sommer braucht man natürlich lediglich Badekleidung!

Tipps für unvergessliche Paddel-Erlebnisse
An dieser Stelle eine kleine Warnung: Auf den meisten Seen sind nicht nur andere Stand Up Paddler, sondern auch Surfer und Boote unterwegs. Deshalb ist es wichtig, die Vorfahrtsregeln zu kennen: Generell gilt auf dem Wasser rechts vor links – in der Praxis weicht aber auch generell oft der aus, dem es am leichtesten fällt. Soll heißen: Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Mutter des Paddel-Vergnügens. Und noch eine kleine Warnung: Stand Up Paddeln macht süchtig! Aber das werden Sie sicher selbst feststellen…