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Festspielzentrum im Entstehen

Text: Natalie Zettl

Fotos: SF/Anne Zeuner

Ein Treffpunkt für Kulturinteressierte aus der ganzen Welt, ein offener Ort, der zum Verweilen einlädt – so soll sich das neue Festspielzentrum am Herbert-von-Karajan-Platz gestalten.

Beim Architekturwettbewerb setzte sich das Konzept des Büros Marte.Marte durch: Die Jury zeigte sich vor allem über den transparenten Baukörper begeistert, der die ursprüngliche Funktion eines Innenhofes wieder eindeutig sichtbar machen soll.

Entwurf eines Meisterwerkes

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Zukunftsmusik im Festspielzentrum:Messingfarben schimmernde Drehtore begrüßen die Besucher beim Betreten des Innenhofes. Ihre Farbe ist inspiriert von den Blechblasinstrumenten eines Orchesters, von hochpoliert und glänzend bis zu oxidierten, fast bronzefarbenen Tönen. Im Innenhof erwartet die Besucher ein gläserner, rechteckiger Pavillon. Die Rückseite der Prospektwand der barocken Pferdeschwemme ist in einer perforierten Messingmembran eingefasst. Das helle freistehende Gebäude beherbergt das neue Informationszentrum der Festspiele inklusive Shop und Café. Die Glaswände sind schiebbar, sodass das kleine Café bei gutem Wetter zur frischen Luft geöffnet werden kann. Eine besonders gestaltete Wendeltreppe führt ins Untergeschoss, das den bestehenden Vortragsraum der Freunde der Salzburger Festspiele im Schüttkasten ergänzt. Der Umbau des Festspielhauses hat einen gewaltigen Umfang: Insgesamt 730 Quadratmeter an neuer Nutzfläche entstehen durch das Festspielzentrum für die Salzburger Festspiele – finanziert durch rein private Gelder. Ziel ist es, bis Ende 2020 sämtliche Bewilligungen einzuholen, sodass Anfang 2021 mit dem Bau begonnen werden kann.

Haus mit langer Geschichte

Die Geschichte des Gebäude-Komplexes am Herbert-von-Karajan-Platz geht zurück auf das Jahr 1695. Der Schüttkasten wurde einst als Getreide- und Heuspeicher für den gegenüberliegenden Marstall (heutiges Festspielhaus) errichtet. 1765 erfolgte der Durchstich durch den Mönchsberg: Das sogenannte Sigmundstor, das heutige Neutor, entstand.  Ein Grundrissplan aus dem Jahr 1806 belegt, dass an der Rückseite der Prospektwand ein eingeschossiges Militär-Verpflegungs-Magazin mit einer Bäckerei angebaut wurde. Diese Bäckerei wurde bei Umbauten im 20. Jahrhundert bis auf die Grundmauern niedergerissen und umgebaut. Damals wurde auch das Tor in der Prospektwand geschlossen, welches bis heute ein Blindtor ist. (Es ist nun geplant, dieses Tor wieder zu öffnen und in Zukunft wieder in seiner ursprünglichen Funktion als Tor zur Altstadt zu nutzen!) Um 1940 wurden in das Magazin Garagen eingebaut. Von 1984 bis 1988 erfolgte der Umbau dieser Garagen zum Café, bei dem ein Großteil der Altstadtsubstanz verlorenging. Im Jahr 1987 konnte der Salzburger Festspielfonds den Schüttkasten und das Magazin von der Bundesgebäudeverwaltung erwerben. Der Schüttkasten fand für die Salzburger Festspiele Verwendung: Er wurde zum modernen Kommunikationszentrum umgebaut, in dem bis heute Ausstellungen, Vorträge, Podiumsdiskussionen und auch Konzerte stattfinden. Zudem sind hier das Kartenbüro, das Festspiel- und Max-Reinhardt-Archiv sowie der größte Probensaal der Festspiele untergebracht. Im Zuge des nun geplanten Umbaus soll auch das renovierungsbedürftige Kartenbüro neugestaltet und publikumsfreundlicher gemacht werden.