DADDY COOL, ERLEBNISSE, DIE PAPA DEN
HELDENSTATUS VERLEIHEN

Text: Susanne Rosenberger
Fotos: AdobeStock,FC Red Bull Salzburg , Klemens König, Carrera Toys GmbH, Kletterpark Waldbad Anif,
MOON Porsche Holding, 
Soccerpark Salzburg, VEGA-Sternwarte Haus der Natur;

Gemeinsame lustige Erlebnisse speichert das kindliche Gehirn im autobiografischen Gedächtnis. Daher ist es für die Bindung zwischen Vater und Kind – neben Liebe, Verständnis und Geborgenheit – besonders wichtig, gemeinsam Quatsch zu machen und als Team konkrete Projekte umzusetzen. Dies gelingt durch eine reine Papa-Kind-Zeit, denn ein Vater hat naturgemäß eine andere Rolle in der Erziehung als eine Mutter. Papas Aufgabe besteht vielmehr darin, den Nachwuchs bei den ersten Schritten in die Welt zu ermutigen und später zu autonomen, selbstbewussten, kompetenten Kindern zu machen. Denn ein authentischer, engagierter Vater ist heute viel mehr als der Ernährer der Familie. 

Körperorientierte Aktivitäten wie Sport, Abenteuer und Action stehen sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen hoch im Kurs. Bei jeder Unternehmung – egal ob an der frischen Luft oder Indoor – sollte jedoch immer das Kind und seine Interessen im Vordergrund stehen. Je nach Alter, Entwicklungsstand, körperlicher Kondition und Persönlichkeit des Kindes kann das Freizeitprogramm so geplant werden, dass der Tag mit Papa unvergesslich wird. Selbst alltägliche Arbeiten im Garten, in der Werkstatt oder im Haus können für Kinder etwas Besonderes sein, wenn sich Papa exklusiv Zeit für sie nimmt. In den Ferien und an verlängerten Wochenenden ist es hingegen wesentlich leichter, spektakuläre Ausflüge und sportliche Aktivitäten zu planen. Wir geben Tipps für alle Altersklassen, jedes Budget und jede Wetterlage im Bundesland Salzburg, die bei den Kids mit Sicherheit Jubel auslösen und Papa den Heldenstatus verleihen.

Lagerfeuerknistern
Eine Nacht im Zelt, gespickt mit Lagerfeuer und Gruselgeschichten, Gelsen-Attacke und morgendlicher Katzenwäsche – Kinderherz, was willst du mehr? Was die Nacht auch bringen mag, an Papas Seite fühlt man sich beschützt und sicher. Sollte Papa jedoch nicht ganz Survival-tauglich sein und sich schon beim Aufbau des Zelts fast die Augen ausstechen, schließt man sich besser dem geführten „Papa-Kind-Zelten“ des Alpenvereins an. Die Familiengruppen der jeweiligen Sektion organisieren Wanderungen, Klettersteige, Skitouren, Schlittentouren, Fahrradtouren und vieles mehr unter geführter Leitung von erfahrenen Alpinisten.

Der Hochseilgarten im Kletterpark Anif verbindet Abenteuer und Naturerlebnis.

In luftigen Höhen
Beim Klettern überwinden Kinder ihre Ängste und lernen, sich aufeinander zu verlassen. Egal ob auf einem Baum, im Kletterpark, in der Kletterhalle oder im Hochseilgarten. Durch die Ermutigung des Vaters traut sich das Kind womöglich ein Hindernis zu bezwingen, vor dem es vorher Angst hatte – das erzeugt beim Nachwuchs ein Gefühl von Selbstvertrauen und Mut.Im Kletterpark im Waldbad Anif erleben Kids mit ihren Papas einen Adrenalin-Kick und abenteuerliche Action kombiniert mit einem besonderen Naturerlebnis. Von April bis Oktober können die Familien in diesem Natur-Hochseilgarten – nach absolviertem Einschulungsparcours unter Anleitung erfahrener Guides – zahlreiche Klettererfahrungen sammeln oder mit dem Flying Fox über das Waldbad sausen. Auf Höhen zwischen zwei und 15 Metern befinden sich 9 Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade mit klingenden Namen wie Burma Buckles, Post Mans Walk oder Tarzan. Die Familien balancieren zwischen 100 Stationen, überqueren schwankende Hängebrücken und wackelige Holzkonstruktionen – und das in luftigen Höhen zwischen den Baumwipfeln. Kinder bis 13 Jahre zahlen einen Tagesbeitrag von 17 Euro, Jugendliche 22 Euro. Für den Minikletterpark zahlt man 7 Euro pro Kind.

Snowboarden auf dem Wasser
Die idyllisch gelegene Naturoase Waldbad Anif steht aber nicht nur bei Klettermaxen, Sonnenanbetern und Badegästen hoch im Kurs, auch Wassersportler finden sich hier in den wärmeren Monaten (April bis Sept.) ein, um Stand-up-Paddeln, Tauchen oder die neue Trendsportart Wakeboarden auszuprobieren. Kinder ab 10 Jahren können sich beim Wakeboarden – einer Mischung aus Wellenreiten und Wasserskifahren – so richtig auspowern, für Anfänger steht ein Trainerteam mit Tipps und Tricks zur Seite (2 Std. um 59 Euro). Stundenkarten für Wakeboarden am Zwei-Master (max. 5 Personen) sind für 24 Euro zu erwerben, die Sunset Session (17 bis 20 Uhr) kostet 35 Euro und bietet Wakeboarden mit Sonnenuntergangsstimmung.

Pumptrack und Bikepark
Kleine Mountainbike- und Freeride-Begeisterte (aber auch Inlineskater, Skateboarder und Scooterfahrer) können auf dem Asphalt-Pumptrack in Wals-Siezenheim auf 900 Quadratmetern um die Kurven flitzen (rund um die Uhr geöffnet, kein Eintritt). Der Kurs umfasst etliche Transfers (hügelige und kurvige Abschnitte mit Steilkurven) sowie eine Jump Line. Während die Bike-Anfänger noch fleißig radeln, wird bei den Profis schon „gepumpt“, also mittels Verlagerung des Körpergewichts auf die Lenkstange Geschwindigkeit erzeugt. Alle Könnerstufen sind willkommen, solange routinierte Sportler ausreichend Rücksicht nehmen auf die Nachwuchsfahrer. Eine gute Schutzausrüstung mit Helm, Ellbogen- und Knieschützern wird dringend empfohlen.Für einen Tagesausflug bietet sich der Bikepark Leogang Saalfelden an, der zu den größten in Europa zählt und wegen seiner Weltcup Strecke über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Einsteiger sollten sich gemütlich ans Freeriden herantasten und eine Strecke wie den Hot Spot mit einem durchschnittlichen Gefälle von 11 % und einfach zu befahrenden Tables, Anliegern und Wellen wählen. Für Kinder ab dem Kindergartenalter wurde im Bereich der Talstation der „Riders Playground“ angelegt – hier wird der Bike-Nachwuchs von einem Förderband bequem nach oben befördert, um die Fahrtechnik auf einer der sechs Übungsstrecken zu verbessern. Als nächster Schritt bietet sich der „Greenhorn Trail“ an, eine einfache Freeride Strecke mit einer Länge von 800 Metern. Die Tageskarte kostet 23 Euro für Kinder und 35 Euro für Jugendliche, Väter zahlen 46,50 Euro.

Rennspaß für High-Speed Fans
Mit Full-Speed die Gerade entlangflitzen, den Daumen fest am Handregler und immer die Gegner im Blick: Die Carrera World in Puch bei Hallein hat vor wenigen Wochen ihre Pforten geöffnet und lädt motorsportbegeisterte Familien ein, in der Erlebniswelt rasante Runden zu drehen und auf originalgetreu nachgebauten Slots (wie dem Salzburg Ring) durch eine Miniaturwelt zu düsen. Auf über 900 Quadratmetern und drei großen DIGITAL 132 Rennbahnen erwartet Modellauto-Fans jede Menge Rennspaß. Dabei wurden fast 100 Meter Schienen für die Strecken Trioval, Neon City und Desert Racing verwendet. Fünf verschiedene Fahrzeuge aus dem riesigen Pool stehen exklusiv zur Verfügung, die Rennprofis ab acht Jahren können auch ihre eigenen Siegerfahrzeuge mitbringen und gegen bis zu fünf Konkurrenten antreten. Aber auch die jüngsten Rennfahrer kommen auf ihre Kosten, denn für Kinder ab sechs Jahren gibt es die kleineren Strecken der Carrera GO!!!, für die Geschwister ab drei die Carrera FIRST Spielbahn. Im Anschluss wartet im Carrera Shop das perfekte Souvenir nach einem Renntag. Der Eintritt in die Carrera World, der Zugang zum Shop sowie die Nutzung des RC Parcours und der Carrera FIRST Rennbahn sind kostenfrei. Die großen, rasanten Rennbahnen müssen online auf carrera-world.com oder vor Ort gebucht werden und kosten 10 bzw. 20 Euro je nach Bahn (30 Minuten). 

Faszination Red Bull Arena
Nicht verpassen sollten kleine und große Fußball-Fans die Arena Tour durch die „heiligen Hallen“ des FC Red Bull Salzburg. Jeden Samstag um 11 Uhr finden Führungen statt, bei denen man den Spieltag aus der Sicht eines Spielers erleben kann – Ankommen, Umziehen, Einlaufen, Jubel. Die Dauer der Führung ist mit 90 Minuten an eine Spielzeit angepasst, es werden u. a. Tourstopps eingelegt in der Heimkabine, in der Mixed Zone, wo die Spieler auf den Anpfiff warten, im Spielertunnel und am Spielfeldrand, im Pressekonferenzraum und im Business-Bereich mit Skyboxen und VIP-Lounge. Ausgestattet mit modernen Virtual Reality Brillen wechseln die Besucher auf der Arena-Tour 360° an unterschiedlichen Stationen die Perspektive und schlüpfen dabei in die Rolle eines Spielers, Medienvertreters oder VIP-Gastes. Spannendes Insiderwissen von qualifizierten Guides und spektakuläre Fotospots für das perfekte Erinnerungsfoto runden dieses Erlebnis ab und lassen jedes Fußballerherz höherschlagen. Zum Schluss warten im Bull Shop Souvenirs darauf, die Kinderzimmer der kleinen Fans zu schmücken. Für Kinder unter 6 Jahren ist die Teilnahme an den Führungen kostenlos, Kinder von 6 bis 17 Jahren zahlen 10 Euro, Erwachsene 15 Euro pro Führung.

Fußball, Golf, … oder einfach beides?
Nach Besichtigung der Red Bull Arena ist dem ein oder anderen vielleicht danach zumute, selbst ein paar Fußbälle zu versenken. Die Funsportart Fußballgolf entwickelte sich vor knapp 15 Jahren in Skandinavien, die Soccergolf-Anlage in Wals-Siezenheim mit einer Spielfläche von rund 32.000 qm und 18 Bahnen war die erste dieser Art in Österreich. Der Ball wird mit dem Fuß mit möglichst wenigen „Schlägen“ bis zum Loch gespielt. Dabei haben die Spieler Hindernisse wie Holzstämme, Reifen, Sandbunker oder Steinblöcke zu bewältigen. Wer taktisch spielt und einen kühlen Kopf behält, ist klar im Vorteil – unabhängig davon, welche Fußball-Kenntnisse man vorweist. Fußballgolf ist ideal geeignet für eine motivierte Runde aus Buddy-Papas und ihren Kindern, die in ca. zwei Stunden und einer Gesamtlänge von knapp zwei Kilometern diesen sportlichen Spaß in vollen Zügen gemeinsam genießen. Kinder bis 12 Jahre zahlen 8,50 Euro pro Runde, Jugendliche von 13 bis 17 Jahre zahlen 10 Euro.

Einmal zum Mond und retour reisen Kids beim Besuch in der MOONCITY.

Traum vom Fliegen
Wer indessen vom Fliegen träumt und diese Leidenschaft mit seinem Kind teilen möchte, kann das Museum im Hangar-7 besuchen. Der Hangar-7 wirkt optisch wie eine überdimensionale Glaswolke und beheimatet eine großartige Ausstellung fliegender Exponate: historische Flugzeuge der Flying-Bulls-Flotte, die Red Bull Stratos und heiße Boliden aus dem Rennsport. (Eintritt ist kostenlos, tgl. geöffnet, ab 3 Jahren)

Sollte das Interesse an Flugzeugen damit noch nicht gestillt sein, können angehende Hobbypiloten auf der Besucherterrasse am Salzburg Airport (Terminal 1) Charterflieger und Privatjets beim Starten und Landen beobachten – ein dort installiertes Fernrohr bringt das Geschehen auf dem Rollfeld noch näher zum Auge des (kleinen) Betrachters. Die Terrasse ist frei zugänglich und (außer bei Schneefall) täglich geöffnet.

Für kleine Astronauten
Wenn Ihr Kind gerne in den Himmel schaut, sollten Sie unbedingt die VEGA-Sternwarte Haus der Natur am Haunsberg (Obertrum/See) besuchen – eine öffentliche Sternwarte, die vom Haus der Natur betrieben wird und möglichst viele Menschen für Astronomie und Weltraumforschung begeistern möchte. Zwei leistungsstarke Teleskope werden hier sowohl für Forschung als auch für öffentliche Sternführungen (Dauer ca. 1,5 bis 2 Stunden, jeden Montag und zweimal pro Monat am Mittwoch) eingesetzt. Das größere Teleskop steht in einer All-Sky-Kuppel, die sich vollständig öffnen lässt. Die Tickets für eine Sternführung kosten 6 Euro für Kinder und 8 Euro für Erwachsene. Wissen sollte man, dass es vollständig finster sein muss, um einen guten Blick in den Sternenhimmel zu genießen, daher finden die Führungen von Mai bis August erst um 22 Uhr statt, im September um 21 Uhr und von Oktober bis März um 20 Uhr – ein gewisses Mindestalter der Kinder sollte daher gegeben sein.

Sich in eine andere Welt beamen und die Reise auf den Mond antreten, kann man in der MOONCITY, einem Innovationszentrum für Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und nachhaltige Energieformen in der Salzburger Sterneckstraße. Am Check-in bekommen die kleinen Astronauten eine personalisierte Moon ID, welche immer wieder mit Energie aufgeladen werden muss, und hinterlassen ihren Fußabdruck wie einst Neil Armstrong auf dem Mond. Das interaktive Abenteuer nimmt seine Besucher mit auf eine Reise zu diversen Stationen im Moon Camp – vom Energy Jump auf dem Mond über das Steuern eines Mondfahrzeugs bis hin zur Landung auf der Erde in der Future City, wo intelligente Lösungen der Zukunft veranschaulicht werden. Beim Check-out wird die Moon ID zum personalisierten Mondführerschein verwandelt – ein Erinnerungsstück der besonderen Art. Die Erlebniswelt kann kostenlos besucht werden.

Es muss aber gar nicht immer Action sein – auch ein gemütlicher Couch-Nachmittag bei Regenwetter bietet Papa eine willkommene Gelegenheit, mit dem Nachwuchs ins Gespräch zu kommen. Neue Gesellschaftsspiele ausprobieren, den filmischen Horizont erweitern, … was zählt, ist die gemeinsame Zeit. Denn: Väter sind nur gewöhnliche Männer, die erst durch die Liebe ihrer Kinder zu Helden, Abenteurern, Geschichtenerzählern und Monsterjägern wurden!

FUNDAMENT FÜR DIE KINDLICHE ENTWICKLUNG

Väter motivieren ihren Nachwuchs darin, Neues auszuprobieren, sie handeln spontan und reizen die kindlichen Grenzen aus. Damit können Kinder ihre Stärken und Schwächen besser kennenlernen, was positive Effekte auf deren Selbstwert, Selbstbild und Selbstbewusstsein hat. Gehen Väter authentisch mit ihrer Männerrolle um, trägt das auf lange Sicht maßgeblich zur Veränderung des allgemeinen Rollenverständnisses bei und prägt Töchter wie Söhne positiv für ihre eigenen späteren Partnerschaften.

Für den Aufbau einer sicheren Vater-Kind-Beziehung steht zwar die Qualität der Interaktionen über der Quantität. Dennoch sind Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit wichtige Voraussetzungen, damit das Kind Vertrauen aufbaut und im fortgeschrittenen Alter eine gegenseitige Wertschätzung entstehen kann. Verläuft die Eltern-Kind-Beziehung hingegen nicht optimal, suchen Teenager ihre Ideale oft in Gegenentwürfen zur vorgelebten Rolle. Ganz normal ist es hingegen, dass sich das Bindungsverhalten in der Adoleszenz verändert und Jugendliche sich von ihren Eltern phasenweise abnabeln – eine funktionierende, liebevolle Beziehung lässt sich davon nicht erschüttern und erträgt diese Diskrepanz zwischen Nähe und Distanz ohne emotionale Risse und Blessuren.